Erfurt: faszinierende Geschichtsstunden
In Mitteldeutschland wirft Thüringens Landeshauptstadt Erfurt gleich in drei barrierefreien Museen Schlaglichter auf die bewegte Vergangenheit der Stadt. In die 1000-jährige Geschichte des Erfurter Petersberges vom Kloster über die Festung zum Erlebnismuseum entführt die Ausstellung im Kommandantenhaus auf der Zitadelle Petersberg. Es ist die einzige weitgehend erhaltene barocke Stadtfestung Mitteleuropas. Eine Museumsapp leitet durch die Räume und über das Festungsgelände, das Rollstuhlfahrer über einen Panoramaweg sowie einen gläsernen Aufzug erreichen. Die Ausstellung lädt zum Mitmachen ein: Mit Hammer, Säge und Kran können Besucher beispielsweise eine virtuelle Festung nachbauen.
Ebenfalls fast 1000 Jahre zurück blickt die Alte Synagoge, eine der wenigen erhaltenen Synagogen des Mittelalters. Das nach „Reisen für Alle“ zertifizierte Museum veranschaulicht die Bau- und Nutzungsgeschichte des Gebäudes und zeigt hebräische Handschriften des Mittelalters. Herzstück ist der Erfurter Schatz aus Silbermünzen, Schmuck und Geschirr. Er wurde während des Pogroms 1349 vergraben und 1998 wiederentdeckt. Ein Videoguide, der über eine Hörschleife auch für Hörgeschädigte nutzbar ist, führt durch die Ausstellung. Menschen mit Sehbehinderungen können eine Tastführung buchen.

