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Hilfe für eine unbeschwerte Kindheit

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Markus Nowak

30. Oktober 2024

Kleine Hände bauen unbeschwert eine Sandburg, auf den Schaukeln und Rutschen wird gelacht. Die älteren Kinder spielen im Garten leidenschaftlich Fußball. Das alles ist ganz normal in Grašu, einem besonderen Ort im Herzen Lettlands: Für diese Mädchen und Jungen war es aber nicht immer selbstverständlich, eine so unbekümmerte Kindheit zu leben.

Die Kinder ab einem Alter von zwei Jahren haben Eltern, die sich aufgrund von Alkohol, Drogen oder schweren Krankheiten nicht um ihren Nachwuchs kümmern können. Dass dieser dennoch sorgenfrei aufwachsen und sich geborgen fühlen kann, ist dem Bonifatiuswerk ein wichtiges Anliegen. Daher unterstützt es mit seiner Kinderhilfe das circa 200 Kilometer östlich von der Landeshauptstadt Riga liegende Kinderdorf.

Gegründet wurde die Einrichtung 1995 von katholischen Gläubigen in einem ehemaligen Herrenhaus, das einst von adeligen Deutsch-Balten bewohnt wurde. Heute hat das Kinderdorf mehrere Häuser, die liebevoll »Kleine Eiche«, »Kleine Esche«, »Ahorn« oder »Silberweide« getauft wurden. In einem Jugendfreizeithaus gibt es Musikinstrumente, einen großen Veranstaltungsraum mit Leinwand und Projektor, einen Sportraum mit Fitness-Geräten sowie eine große Holzterrasse mit Zugang zum Badeteich.

Einrichtungsleiterin Sandra Stade ist es wichtig, dass sich die Kinder geborgen fühlen: »Unser Dorf ist das Zuhause von 30 Kindern. Sie können zur Schule gehen und haben hier ihre Freunde. Wir sind kein Ersatz für die Eltern, aber die Kinder sind uns wichtig: Wir kümmern uns um sie jeden Tag und geben ihnen Sicherheit. Und wenn sie selbst einmal Kinder haben, können sie wie in ein Zuhause hierher wiederkommen.«

Im Kinderdorf wächst der Nachwuchs an seinen Erfahrungen. Die Kinder lernen, dass das Leben mehr zu bieten hat als nur die Probleme, mit denen sie aufgewachsen sind. Die Mädchen und Jungen erhalten die Unterstützung, die sie brauchen, um ihre Träume zu verfolgen. Einer von ihnen ist der 16 Jahre alte Regnars, der sich bereits gut eingelebt hat: »Ich lebe seit zwei Jahren hier und würde es als mein zweites Zuhause bezeichnen. Wir sind hier auf dem Land und haben viel Ruhe und viel Natur. Auch ist die Schule unweit von uns. Es fühlt sich halt wie ein Zuhause an.«

Einfach stark!

Die beiden Freunde Lennart Maas (11) aus Warburg und Luc Zimmermann (12) aus Dortmund besuchen regelmäßig das Liborifest. Das Volksfest – eine Mischung aus Kirche, Kultur und Kirmes – lockt jedes Jahr etwa 1,5 Millionen Menschen nach Paderborn. Dieses Jahr ist den Jungen sofort der Infostand des Bonifatiuswerkes aufgefallen. Dort erfuhren sie, dass das Bonifatiuswerk Spenden für gute Zwecke sammelt – unter anderem für das Caritas-Kinderdorf in Grasu. »Und dann haben wir gedacht, dass wir da helfen wollen«, sagt Lennart.

Zum Film über das Kinderdorf

Kurzerhand nahmen sie einen Becher mit einem Aufkleber des Hilfswerkes »Zeige draußen, was du drinnen glaubst.« in die Hand und sprachen die Libori-Besucher an, ob sie Geld für das Bonifatiuswerk spenden möchten. »Viele haben gesagt, dass das eine tolle Sache ist, die wir da machen«, erzählt Luc.

30,90 Euro haben sie in einer halben Stunde eingesammelt. Mit diesem Geld wird nun die Arbeit des Hilfswerkes unterstützt.